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Verwirrtes Herz sucht klaren Kopf für eine gemeinsame Zukunft
 

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Wertlos, weil arbeitslos?

 

 

Als ich heute Morgen auf dem Weg vom Einkaufen, zurück nachhause war, gingen mir wieder diese ganzen Gedanken durch den Kopf, die sich um Arbeit drehen. Ich sehe jemand neben mir laufen, der gestresst ist und es eilig hat, sofort denke ich daran, dass die Person bestimmt auf Arbeit muss oder was ganz Wichtiges zu tun hat. Vielleicht fragt sie sich warum ich so eine Arschruhe habe. Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich mich auf einmal schneller bewege und beschäftigt aussehen will, sobald ich draußen bin. Das ist so ein Stadtphänomen, finde ich. Irgendwann erfasst einen die Hektik auch. Da draußen, in der geschäftlichen Welt in der alle zur Arbeit gehen, zumindest alle guten Menschen, die nicht faul sind und mit sich klar kommen.

Dann denke ich darüber nach, dass sie zusätzlich auch noch Geld haben um sich schöne Dinge zu kaufen und was sie eigentlich machen, wenn sie von Arbeit nachhause kommen...ich meine was macht man, wenn man in der heutigen Zeit nachhause kommt von Arbeit? Die meisten sind doch einfach zu fertig um überhaupt noch einem Hobby oder einem anderen Bedürfnis nach zu gehen. So stelle ich es mir jedenfalls vor und sehe es bei Freunden. Alles dreht sich um Arbeit.

Dann haben sie also Geld aber keine Zeit um es auszugeben oder man kauft sich Dinge, weil  man meint, dass man dadurch, auch wenn es nur für einen kurzen Augenblick ist, glücklicher ist. Also ich muss sagen, dieses ganze Konsumzeug brauche ich persönlich nicht, ich muss nicht immer das Neuste vom Neusten haben, um zufrieden mit dem zu sein was ich habe. Ich bin auch der Meinung, desto weniger ein Mensch an Materiellem hat, umso freier ist er und mehr Zeit hat er für die wirklich wichtigen Dinge im Leben - für seine Mitmenschen und die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse.

Dennoch wenn ich diese ganzen geschäftigen Leute sehe, wie sie arbeiten, dann fühle ich mich minderwertig, weil ich gerne zur Gesellschaft dazu gehören will, ich möchte etwas dazu beitragen.Für mich ist es auch traurig, dass ich nicht so arbeiten kann, wie ich mir das wünsche und obwohl ich so viele Talente habe und mehr weiß als manch anderer. Es ist einfach scheiße zu wissen, dass es noch dauern wird, bis die Erlebnisse der Vergangenheit auch der Vergangenheit angehören

Aber das ist leider nur mein Bewusstsein darüber, wie es mir geht. Die Leute um mich herum, die mich nicht wirklich kennen, die in ihren Beziehungen nur an der Oberfläche bleiben wollen, sie sind es, über die ich mir Gedanken mache. Ich habe einige Menschen um mich, bei denen ich mir vorstellen kann, dass sie das ein oder andere abwertende Wort über mich abgelassen haben, dass ich immer noch nicht weiter gekommen wäre…wie halt Menschen reden, wenn sie kein Herz haben und sich noch nie wirklich mit dir auseinander setzen wollten. Und gerade deswegen, wegen dieser Ignoranz gingen mir vorhin folgende Zeilen durch den Kopf:

Was bildest du dir ein, mich zu verurteilen, der du so viel Glück hattest und in Liebe aufgewachsen bist?

Was bildest du dir ein, mich faul zu nennen, der du den Schmerz nicht kennst, der einen so lehmt, dass man nichts aber auch gar nichts mehr machen kann?

Was bildest du dir ein, zu denken du wüsstest es besser, der du nicht in meiner Haut steckst?

Was bildest du dir ein, du mit deinen blinden Augen und kaltem Herz, der du nie lernen musstest hinter die Mauer eines Menschen zu blicken?

Bilde dir nicht so viel ein!

KopfmitHerz 2016

27.10.16 22:20, kommentieren

Der Eiter muss raus!

 

Der Eiter muss raus! - Schmerzt komm hoch! Oder lieber doch nicht?

In einer Psychotherapie oder wie bei mir Traumaberatung kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich entweder auf das einlässt, was einem gesagt wird oder nicht.

Ich habe in meiner letzten Therapie gelernt, dass es wichtig ist, die negativen Gedanken und Erlebnisse zu verarbeiten, wenn das möglich ist und das neue positive Erfahrungen zu machen, die beste Medizin ist. Aber was, wenn das nicht geht? Wenn die einzelnen Anteile in mir so gegensätzlich sind, dass ich gar nicht in eine Richtung gehen kann? Mein Traumaberater nennt das ,,das zersplitterte Ich“.

Und ich denke, dass ich jetzt bei der richtigen Person angekommen bin, die mich versteht. Versteht auch, weil er selber die Erfahrung machen musste, diesen Schmerz, den ich habe, auch wenn er sich vielleicht nicht genauso aber ähnlich anfühlte, zu durchleben.

Es ist wahr. Keine Therapie, die wirklich Etwas bringt und den alten Schmerz verarbeiten helfen soll, funktioniert, wenn man nicht das Pflaster auf der Stelle die schmerzt, mehr oder weniger abreist und Luft dran kommen lässt. Wir alle kennen das Gefühl, wenn man auf mit dem Knie über einen Hallenboden rutscht und sich Verbrennungen zuzieht. Wenn dann noch Luft oder sogar Berührungen auf die aufgeriebene Stelle kommen, tut das höllisch weh. Vielleicht schaut man die Person, die einem dadruch gerade noch mehr Schmerz zugefügt auch den Tod wünschend an oder würde am Liebsten losschreien.

Irgendwo davor, vor diesem Blick, der Wut und dem Gefühl Schreien zu wollen, bin ich gerade. Ich habe schon oft eine Seite des Pflasters leicht hochgehoben und gemerkt, dass es nichts hilft immer wieder kurz zu schauen, ob die Wunde schon trocken ist? Wie soll sie das, wenn sie vor sich hingammelt und trocknen kann?

Der Eiter muss raus! Sie muss gereinigt werden und das tut weh!

Und mir ist kotz übel, vor Angst, was dann mit mir passiert. Ich habe Angst davor, wie es schmerzen wird! Was passiert mit meinen Mitmenschen, wie werden sie es verkraften? Wie werde ich es schaffen diesen Schmerz zu verarbeiten? Werde ich es schaffen, diesen Schmerz zu verarbeiten oder gehe ich darin unter?

Ich und dieser Schmerz kennen uns schon. Wir haben jahrelang zusammen aushalten müssen. Es war furchtbar und vor allem FURCHTBAR einsam.

25.10.16 13:21, kommentieren